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Die Macht (in) der Ohnmacht – Mk 2,1f

Gedanken zu Markus 2 Vers 1-12

Wir hören zu Beginn des Markus-Evangeliums von vier Menschen, die ihren kranken Freund zu Jesus bringen in der Hoffnung, dass dieser ihm helfen könne. Beim Haus, in dem Jesus sich befand und lehrte, angekommen, müssen sie feststellen, dass es ihnen unmöglich ist, zu ihm vorzudringen. Alles total überfüllt! Trotzdem lassen sie sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Über die miteinander verbundenen Dächer gelangen sie, so hören wir, von oben her bis unmittelbar zu dem Raum, in dem sich Jesus befand. Und um sich Zugang zu diesem Raum zu verschaffen, decken sie ganz einfach das Dach ab. Und durch das entstandene Loch lassen sie den Kranken auf seiner Matte liegend herunter und legen ihn direkt Jesus vor die Füße. So weit sind sie bereit, für ihren kranken Freund zu gehen. Was hatte sie dazu motiviert?

Zweierlei:

  1. Das Eingeständnis ihrer Ohnmacht und Hilflosigkeit dieser Krankheit gegenüber. Sie können nichts mehr für ihn tun als nur noch dieses Letzte: ihn zu Jesus zu bringen und ihn ihm vor die Füße zu legen.
  2. Und ihre Hoffnung, ihr Vertrauen auf die Möglichkeiten Gottes durch Jesus.

Und dann heißt es im Bibeltext weiter: „Als Jesus ihren Glauben sah.“

Dass da überhaupt etwas für diesen Kranken passiert, hängt, so die Geschichte, nicht von ihm selbst ab, sondern einzig und allein von seinen Freunden. Weil sie in ihrer Ohnmacht bewusst gehofft, und eben auch weil sie darauf vertraut haben, daß Jesus ihm helfen könne, deshalb bringen sie ihn zu Jesus, deshalb legen sie ihn Jesus vor die Füße, und nur deshalb eröffnet sich auch für ihren kranken Freund überhaupt eine Chance auf Hilfe.

„Als Jesus ihren Glauben sah.“

Ohne ihr Eingeständnis, wir fühlen uns dieser Situation gegenüber machtlos, ohne ihren Glauben hätte sich da nichts geändert!

Auch der Glaube des Kranken ist hier gefragt. „Steh auf.“ Ohne der Aufforderung Jesu Folge zu leisten, ohne Vertrauen in das Wort Jesu hätte sich in seinem Leben nichts geändert.

Aber nochmals zu den Freunden: Ich muss wie sie lernen, auch meinem Gefühl der Ohnmacht Raum geben können

Ich muss nicht immer gleich für alles Lösungen parat haben.

Denn ich habe mit meiner Ohnmacht – Platz bei ihm.

Für uns, die wir uns so oft unsere Ohnmacht Krankheiten, Schicksalen, Erfahrungen anderer gegenüber eingestehen müssen, heißt dies konkret: Durch diesen Bibeltext werden wir dazu ermutigt, Situationen, die uns hilflos machen, in gleicher Weise vor Gott zu bringen, sie ihm gleichsam vor die Füße zu legen in der Hoffnung und im Vertrauen darauf, dass er sich dessen annimmt und für diese anderen neue Wege eröffnet, wo wir schon längst keine Wege mehr für sie sehen. Dass wir nicht vor unserer Ohnmacht kapitulieren, dass wir nicht aufgeben, sondern sie Gott vor die Füße legen – das geschieht vielfach dann, wenn wir für andere beten und sie in unseren Fürbittengebeten der Liebe Gottes anvertrauen. Wie wichtig wird da auf einmal unser Glaube für diese anderen Menschen, die vielleicht selbst gar nichts von Gott wissen, ja, die wir vielleicht sogar nicht einmal persönlich kennen, die wir aber dennoch der Fürsorge Gottes anvertrauen.

Es gibt Situationen in unserem Leben, in denen das einzige, was wir für andere noch tun können, das bittende und fürbittende Gebet ist.

Diese Männer machen mir Mut, mein Gefühl der Ohnmacht auszuhalten.

Und meine Kraft im Gebet zu holen.

Schutz und Ruhe zu suchen bei Gott.

Dass die Ohnmacht mir zur Macht wird.

Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. Und es versammelten sich viele, so dass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort.

Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vieren getragen. Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er

war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter,

auf dem der Gelähmte lag.

Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.

Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher? Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!

Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, so dass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.

Mk 2,1-12

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