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TAUFBÜCHLEIN & TAUFSPRÜCHE

TAUFBÜCHLEIN zur Vorbereitung auf die Taufe

Zur Taufe und zum Ablauf der Taufe

Von Anfang an wurden Menschen, ob Kinder oder Erwachsene, durch die Taufe in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Vieles, was schon den ersten Christen wichtig war, findet sich bis heute in dieser Feier wieder.

  • Die meisten Taufen finden im Gottesdienst am Sonntagmorgen statt. Sicher werden Sie als Tauffamilie an diesem Tag etwas angespannt beim Frühstück sitzen. Vielleicht erwarten Sie Gäste, müssen das eine oder andere noch richten und wollen pünktlich zum Gottesdienst kommen. Planen Sie deshalb von vornherein mehr Zeit ein, als Sie vermutlich brauchen. Sie wissen, wie leicht sich Unruhe und Aufregung auf Kinder übertragen.
  • Sind Sie etwas früher dran, haben Sie noch Zeit, Gäste und Verwandte zu begrüßen, bevor Sie die Kirche betreten. Wenn Sie dann Platz nehmen, können Sie sich auf den Gottesdienst einstellen. Schauen Sie, dass jemand neben Ihnen sitzt, dem Sie Ihr Kind für einige Zeit in den Arm geben können, wenn es noch klein ist, oder jemand, neben dem Ihr Kind gern sitzt, wenn es schon etwas älter ist.
  • Wenn die Glocken ausklingen und die Orgel einsetzt, werden die Gespräche aufhören. Zeit, sich zu sammeln: Vielleicht erinnern Sie sich in diesem Moment an eine Taufe, an der Sie teilgenommen haben – in der Familie, bei Freunden? Nun sind Sie selbst hier, um Ihr Kind Gott anzuvertrauen. Und Sie sind von Menschen umgeben, die Ihrem Kind die Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe anbieten. Lassen Sie sich von der Musik hinein nehmen in den Gottesdienst: ein Lied zu Beginn, Worte aus den Psalmen, ein Gebet, kurze liturgische Gesänge – manches wird Sie an die Gottesdienste bis zurück an Ihre Konfirmandenzeit erinnern.

Zum Taufteil

  • Nach einem überleitenden Satz des Pfarrers bzw. der Pfarrerin beginnt die Tauffeier. Am Anfang steht ein Abschnitt aus der Bibel, bei der Taufe eines Kindes zumeist das „Kinder-Evangelium“ aus Markus 10: „Lasst die Kinder zu mir kommen!“ Es sind Worte Jesu.
  • Zu allen Zeiten haben Menschen in den Worten der Bibel Worte für ihr Leben gefunden. Sie haben deshalb für Ihr Kind einen Taufspruch ausgesucht. Die Pfarrerin oder der Pfarrer werden in einer kurzen Ansprache diesen Vers aus der Bibel für Ihr Kind deuten.
  • Ein Abschnitt aus dem Matthäus-Evangelium (Matthäus 28,18-20), der Taufbefehl, erinnert daran, dass die Kirche im Auftrag ihres auferstandenen Herrn tauft.

„Mir ist alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben. Darum geht hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“

  • Danach folgt das Apostolische Glaubensbekenntnis, das alte Taufbekenntnis der Kirche.

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Amen.

  • Danach wird die Pfarrerin oder der Pfarrer Sie und die Paten direkt ansprechen und Ihnen die Tauffragen stellen.
  • Dann werden Sie mit Ihrem Kind an den Taufstein gebeten. Es ist ein alter Brauch und eine gute Sitte, dazu das Kind einem Paten oder einer Patin zu übergeben – ein Zeichen, dass auch andere Menschen auf dieses Kind achten und es im Leben begleiten mögen. Das muss aber nicht sein!
  • Am Taufstein werden Sie gebeten, den Namen (die Vornamen) Ihres Kindes noch einmal laut zu sagen. Dies soll Sie nicht befremden. Der Name steht für die Einmaligkeit Ihres Kindes; Gott ruft es bei der Taufe bei seinem Namen, um mit ihm einen bleibenden Bund zu schließen. Ist Ihr Kind schon etwas größer und kann es auf eigenen Beinen zum Taufstein gehen, wird es an dieser Stelle auch selbst gefragt, ob es getauft werden will. Ihr Kind wird dann auch selber antworten.
  • Bei der Taufe nennt der Pfarrer oder die Pfarrerin den Namen Ihres Kindes und gießt mit der Hand dreimal Wasser über seinen Kopf und spricht dazu die alte Formel: „N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Danach legt er oder sie Ihrem Kind die Hand auf und spricht dazu ein Segenswort. Manche Pfarrerinnen und Pfarrer machen dabei auch das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn Ihres Kindes. Nun ist Ihr Kind in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.
  • Oft ist es üblich, zur Erinnerung an die Taufe eine „Taufkerze“ zu überreichen. Sie wird meist an die Paten übergeben und kann bei der Feier im Familienkreis die Verbindung zum Gottesdienst symbolisieren. Manche Familien bewahren diese Kerze auf und zünden sie noch einige Jahre lang am Tauftag ihres Kindes wieder an. Die Taufkerze ist ein Symbol dafür. Sie erinnert an Jesus Christus, das „Licht der Welt“ Johannes 8,12). Mit der Taufe bringen wir zum Ausdruck, dass das Kind im Licht des Evangeliums von Jesus Christus aufwachsen darf. Das meint der Apostel Paulus, wenn er in einem seiner Briefe schreibt „Ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages“ (1. Thessalonicher 5,5). Die Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet. Sie erinnert an die Auferstehung, an das neue Leben. Damit wünschen wir Ihrem Kind Anteil an der Hoffnung, die uns Christen verbindet.
  • Auch das Taufkleid ist ein altes Symbol, aber bis heute verständlich, wenn auch wenig praktiziert. Schon in der Anfangszeit der Kirche haben Menschen bei ihrer Taufe ein neues Gewand bekommen. Es war rein und weiß wie das Licht. Wenn die frisch Getauften das neue Gewand angelegt haben, haben sie damit symbolisch „Christus angezogen“ (Römer 13,14). Mit der Taufe sollte für sie etwas Neues beginnen – ein Leben im Geist und Sinne Jesu Christi. Die Sitte, dass Paten zur Taufe ein „Taufkleid“ schenken, hat hier ihren Ursprung. In den ersten Jahrhunderten der Kirche waren die Paten geistliche Begleiter und bürgten für die damals erwachsenen Taufbewerber. Das Taufgewand war ihr Geschenk am Ende der Vorbereitungszeit auf die Taufe. Heute ist diese Sitte etwas verblasst. Manchmal wird ein Taufkleid auch innerhalb der Familie weitergegeben, also „vererbt“. Das ist eine schöne Geste. Sie besagt: Auch dieses Kind soll, wie seine Eltern und Großeltern, in seinem Leben „Christus anziehen“. Wer ihm begegnet, wird etwas von der Güte und dem Erbarmen Gottes erfahren.
  • Danach folgt die Segnung der Eltern mit ihrem Kind /ihren Kindern. In der Segensformel verdichten sich noch einmal die Zusage Gottes, Eltern und Kinder auf ihrem gemeinsamen Weg in die Zukunft zu begleiten.

u.a. aus „Ihr Kind wird getauft“ von G. Hoffmann, M. Nüchtern, R. Starck

Oft gestellte Fragen

Wir möchten unsere Tochter erst dann taufen lassen, wenn sie sich selbst entscheiden kann. Hat sie irgendwelche Nachteile zu befürchten?

Die meisten Kinder werden bei uns als Kleinkinder getauft. Bei der Taufe eines kleinen Kindes wird besonders deutlich, dass Gottes Zuwendung zu einem Menschen von keiner Vorleistung abhängig ist, nicht einmal von einer Glaubensentscheidung.

Dieser Aspekt der Taufe ist unserer Kirche gemeinsam mit vielen anderen Kirchen der Ökumene besonders wichtig. Es gibt aber auch christliche Kirchen, denen die eigene Entscheidung für den christlichen Glauben so wichtig ist, dass sie erst Jugendliche und Erwachsene taufen.

Wählen bei uns Eltern für ihr Kind diesen Weg, kann das Kind dennoch den Religionsunterricht und den Kindergottesdienst besuchen. Vielleicht ist die Grundschulzeit oder der Konfirmandenunterricht die richtige Zeit, in der dann die Entscheidung zur Taufe fällt.

• Wir würden uns bei der Taufe unseres Kindes gerne kirchlich trauen lassen.

Geht beides in einem Gottesdienst? Selbstverständlich geht das. Viele Elternpaare machen die Erfahrung, dass die Dankbarkeit über die Geburt ihres Kindes sie auch als Paar verändert und ihre Beziehung vertieft. Dankbar suchen sie auch für sich als Ehepaar den Segen Gottes.

• Wir sind beide aus der Kirche ausgetreten. Können wir unser Kind trotzdem taufen lassen?

Gottes Liebe und Zuwendung zu dem Kind ist nicht abhängig von der Kirchenzugehörigkeit seiner Eltern. Wenn kein Elternteil einer Kirche angehört, ist es Aufgabe der Paten, die christliche Erziehung des Kindes zu fördern. Wenn Sie dies unterstützen können, kann Ihr Kind getauft werden. Natürlich können Sie die Taufe Ihres Kindes auch zum Anlass nehmen, (wieder) Mitglied dieser Gemeinschaft zu werden, in die Sie es hineintaufen lassen.

• Unsere Paten sind katholisch. Geht das?

Zumindest ein Pate sollte nach Möglichkeit evangelisch sein, denn das Kind soll ja nicht nur in den christlichen Glauben, sondern auch in „seine“ evangelische Kirche hineinwachsen.

• Vielleicht entscheidet sich unser Kind später einmal für eine andere christliche Konfession. Muss es dann „umgetauft“ werden?

Nein. Die Taufe verbindet alle christlichen Kirchen auf der ganzen Welt miteinander. Sie alle taufen mit Wasser und im Namen Gottes, „des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Dies geschieht in allen Kirchen nur ein Mal. Damit wird das Besondere der Taufe als eine bewusste Entscheidung zum christlichen Glauben ausgedrückt.

Will Ihr Kind, wenn es größer wird, einmal zu einer anderen Kirche als Sie gehören, also konvertieren, wird es meistens nach ausführlichen Gesprächen über die andere Konfession in einem Gottesdienst in die andere Glaubensgemeinschaft aufgenommen. Aber getauft wird nicht noch einmal. Die Taufe gilt bis ans Lebensende. Sie bleibt sogar auch dann noch bestehen, wenn Ihr Kind später einmal aus der Kirche austreten sollte.

• Unser bester Freund ist aus der Kirche ausgetreten oder Angehöriger keiner oder einer anderen Religion. Kann er Pate werden?

Leider nein. Ein kirchliches Amt kann nur wahrnehmen, wer selbst Mitglied der Kirche ist. Mittlerweile gibt es jedoch die Möglichkeit, ihn als „Begleiter“ Ihres Kindes zu benennen, wozu er dann anstelle einer Patenbescheinigung einen „Begleitbrief“ (ein Beispiel dafür finden Sie am Ende dieser Info) erhält. Dies gilt natürlich in gleicher Weise für Ihre Freundin in derselben Situation.

• Wir Eltern haben uns mit dem Paten unseres Kindes zerstritten. Können wir ihn „streichen“ lassen?

Nein, denn der Pate war Zeuge der Taufe. Diese Patenaufgabe ist einmalig und lässt sich nicht rückgängig machen, auch wenn er seinen Aufgaben als Pate nicht gerecht wird.

• Dürfen wir im Taufgottesdienst fotografieren?

So schön Fotos sind, eine Taufe ist kein „Fototermin“. Sprechen Sie Ihren Wunsch im Taufgespräch an. Ihre Pfarrerin, Ihr Pfarrer wird Ihnen sagen, was in Ihrer Kirche üblich und möglich ist.

• Wir würden gerne auch die Kinder aus unserer Verwandtschaft zum Taufgottesdienst einladen. Geht das?

Natürlich. Kinder sind bei der Taufe ebenso willkommen wie die erwachsenen Gemeindeglieder. Wenn Sie viele kleine Kinder in der Verwandtschaft haben, sprechen Sie vorher mit Ihrer Pfarrerin, Ihrem Pfarrer, damit sie oder er sich in der Vorbereitung der Taufe darauf einstellen kann.

u.a. aus „Ihr Kind wird getauft“ von G. Hoffmann, M. Nüchtern, R. Starck

Christliche Erziehung könnte heißen …

Vater unser im Himmel

Ein Kind ist uns anvertraut. Gott hat unsere Liebe gesegnet. Unser Kind ist angenommen wie wir. Davon wollen wir unserem Kind erzählen.

Geheiligt werde dein Name

Im Gebet werden das Wunder des Lebens und die Tiefe unseres Vertrauens besonders deutlich. Wir wollen mit unserem Kind beten, staunen lernen, die Wunder des Lebens mit seinen Augen neu entdecken, Gott danken.

Dein Reich komme

Wir wollen mit unserem Kind die Freiheit entdecken, zu der Christus uns befreit. Wir wollen geschwisterlich teilen, was er uns schenkt, Schwache schonen, Liebe üben und – soweit es an uns liegt – in Frieden leben mit allen Menschen.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden

Wir wollen unserem Kind erzählen, dass die Sterne am Himmel, die Blumen auf der Wiese, der Sand am Meer und die Menschen, die uns begegnen, von Gott geschaffen und bei ihm geborgen sind. Gemeinsam entdecken wir uns als

kostbare Ebenbilder Gottes. Wir können seinen Verheißungen trauen und wollen nach seinen Geboten leben.

Unser tägliches Brot gib uns heute

Wir wollen unser Kind zur Ehrfurcht erziehen. Nichts ist selbstverständlich. Unsere Liebe, die Luft, die wir atmen, das Wasser, das wir trinken, und das tägliche Brot sind uns kostbar. Wer Mangel leidet, kann auf unsere Hilfe zählen.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigem Wir wollen unserem Kind sagen, dass kein Fehler unverzeihlich ist. Wie immer wir kommen, Gott empfängt uns mit offenen Armen. So wollen auch wir anderen Menschen, die uns verletzt haben, begegnen und Böses durch Gutes überwinden.

Und führe uns nicht in Versuchung

Wir wollen zu unserem Kind ehrlich sein und über Fehler reden, ohne uns gegenseitig damit zu verletzen. Es soll kein Abbild unserer selbst werden, sondern ein aufrechter Mensch. Wir wollen uns gegen die Versuchung wehren, unser Kind zu schlagen oder zu beleidigen.

Sondern erlöse uns von dem Bösen

Wir wollen unserem Kind von Jesus Christus erzählen und mithelfen, dass es ein lebensfrohes Mitglied seiner Gemeinde wird. Wir selbst wollen diese Gemeinschaft so mitgestalten, dass unser Kind dort ein helfendes und heilendes Zuhause findet.

aus „Angekommen – angenommen“ von Gerhard Engelsberger

Was Ihr Kind von Ihnen braucht

Ihre Liebe

Wer liebt, sieht den Menschen so, wie Gott ihn sich vorstellt. Liebe – die der Eltern zum Kind und die der Eltern zueinander – schafft den Raum, in dem Leben sich frei mit allen seinen Gaben entfalten kann. Das Kind ist Gottes Ebenbild, nicht das der Eltern.

Ihre Zeit

Die Rede davon, wie schnell „die Zeit vergeht“, ist nicht neu. Kosten Sie die Zeit mit Ihrem Kind aus. Alles andere kann wirklich warten und hat auch später noch „seine Zeit“.

Ihre Geduld

Auch wenn sich anfangs an jedem Tag eine neue Welt aufzutun scheint, Ihr Kind braucht Ihre Geduld vor allem dann, wenn sich „nichts tut“. Im Leben eines Kindes gibt es Frühlings-, Sommer- und Winterzeiten. In den Winterzeiten reift und stärkt sich „unter der Oberfläche“, was später erst sichtbar wird.

Ihre Orientierung

Freiheit braucht einen Halt, der aufrechte Gang braucht eine Orientierung, und die Vielfalt der Möglichkeiten braucht ein Maß.

Ihr Gebet

Vertrauen Sie Ihr Glück und Ihre Sorgen Gott an. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude. Ihnen und Ihrem Kind ist verheißen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, ..“

Ihr Staunen

Lernen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam das Staunen. Nie werden Sie so kundige Partner haben bei der Entdeckung der Wunder und der Wunden dieser Welt. Wer mit den Augen von Kindern sieht, blickt in das Herz der Dinge.

aus „Angekommen – angenommen“ von Gerhard Engelsberger

Am Abend

Endlich ist meine kleine Tochter eingeschlafen. Ein paar Stunden wird nun wahrscheinlich Ruhe sein, bis mich ihr kräftiges Stimmchen an die nächste Mahlzeit und an den nächsten Windelwechsel erinnert.

Jetzt höre ich die ruhigen Atemtöne ihres tiefen Schlafes, sehe ihr entspanntes, kleines Gesicht. Für mich gehört es zu den friedlichsten Augenblicken des Tages, abends noch einen Moment am Bettchen meines Kindes zu sitzen. Dann staune ich immer wieder über dieses schöne Menschenkind und bin dankbar, dass es uns geschenkt wurde.

Manchmal wandern meine Gedanken dann zurück zu ihrer Geburt, und ich erinnere mich, wie es war, als ich sie zum ersten Mal im Arm hielt. Oft denke ich dann auch an das Leben, das vor ihr liegt. Hoffentlich wird sie gesund bleiben. Hoffentlich geschieht ihr kein Unglück. Hoffentlich wird sie ein glückliches kleines Mädchen werden und später als Frau ihren Weg finden. Ich kann sie vor vielem schützen. Aber ich kann sie weder vor Krankheiten bewahren noch vor Enttäuschungen und ihrem eigenen Versagen.

„Wenn Du, Gott, sorgst und hältst die Wacht, sind wir behütet Tag und Nacht“, heißt es in einem alten Kirchenlied.

Solche Worte, die früher einmal meine Mutter an meinem Kinderbett gebetet hat, fallen mir jetzt wieder ein. Als Kind fühlte ich mich geborgen, wenn meine Mutter so an meinem Bett betete. Und heute weiß ich, dass auch sie selbst diese Geborgenheit suchte.

Die stille Stunde, abends am Bett meiner kleiner Tochter, ist mir kostbar geworden. Meine Gedanken wandeln sich dann oft zu einem Gebet. Dann vertraue ich mein Kind dem Schutz und der Begleitung Gottes an.

Und auch mich selbst, mit meiner Dankbarkeit, aber auch mit meinen Sorgen und Ängsten und mit meiner Müdigkeit und Erschöpfung in dieser ersten Zeit nach der Geburt. Ich möchte, dass meine kleine Tochter stark wird im Vertrauen auf Gott. Darum spreche ich abends, wenn wir schlafen gehen, ihren Taufspruch. Noch wird sie ihn nicht verstehen. Aber wenn ich ihr zum Abendsegen die Hand auf die Stirn lege, dann bin ich sicher: Sie fühlt sich geborgen, bei ihren Eltern und bei Gott.

aus „Ihr Kind wird getauft“ von G. Hoffmann, M. Nüchtern, R. Starck

Fundstellen:

„Angekommen – angenommen“ von Gerhard Engelsberger Evang. Presseverband für Baden e.V. 1998

„Ihr Kind wird getauft“ von G. Hoffmann, M. Nüchtern, R. Starck PV-Medien Karlsruhe 2003

Beispiel für einen Begleitbrief
für ………

zur Taufe von ………

geboren am ………

am ……..

getauft in der ……..

durch ……..

Taufspruch: ………..

Ort, Datum ……       Unterschrift des Pfarrers/der Pfarrerin 

Liebe/r Frau/Herr ………

Die Eltern von ……….. haben Sie als Begleiter/in für ihr Kind gewünscht.

Für die Eltern von ……..  ist es gut zu wissen, dass sie in Ihnen einen Menschen gefunden haben, der auch für ihr Kind da sein und es mit Rat und Hilfe auf seinen ihm noch unbekannten Wegen in die Zukunft begleiten möchte.

Es ist wesentlicher Inhalt des christlichen Glaubens, dass er eine weltweite Gemeinschaft begründet, die über familiäre und freundschaftliche Verbundenheit hinausgeht, in der Menschen sich für einander verantwortlich wissen ebenso wie für die Weitergabe der Inhalte des christlichen Glaubens. Die evangelische Kirche beauftragt Menschen mit dem Patenamt, damit diese den getauften Kindern helfen, ihren Weg in den christlichen Glauben und in die weltweite Gemeinschaft der christlichen Kirche hinein zu finden. Für die Taufe in der evangelischen Kirche ist es Voraussetzung, dass Paten Mitglied der evangelischen Kirche und konfirmiert sind. In ökumenischer Verbundenheit können auch Mitglieder anderer Konfessionen, die der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen ACK angeschlossen sind, in ihr dieses Amt übernehmen.

Vielleicht ist die Anfrage für das Patenamt ein Anlass für Sie, über Ihre Zugehörigkeit zu einer der Konfessionen der Kirche nachzudenken.

Selbstverständlich können Sie auch, ohne Kirchenmitglied zu sein, für  ………..  da sein und seine/ihre Eltern in der Erziehung unterstützen und gelegentlich entlasten.

Gottes Segen möge Sie bei dieser Aufgabe begleiten!

Ich möchte Ihnen von Herzen wünschen, dass Sie für     ein guter Begleiter/ eine gute Begleiterin sein können, und mit ihm/ihr zusammen entdecken, wie schön und spannend das Leben sein kann.

TAUFSPRÜCHE

„Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden.“

Apg 18,9b-10a

Lebt als Kinder des Lichtes; die Frucht des Lichtes ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.            Eph 5,8b-9

Ihr alle seid durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Gal 3,26

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Gal 5,1

Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.   Hebr 13,9

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr 11,1

Ich will dich erhören und dich führen, ich will sein wie eine grünende Tanne; von mir erhältst du deine Früchte.         Hos 14,9b

Die Wege des HERRN sind richtig und die Gerechten wandeln darauf.  Hos 14,10b

Siehe, Gott ist mein Heil; ich bin sicher und fürchte mich nicht. Jes 12,2a

HERR, du bist mein Gott, dich preise ich; ich lobe deinen Namen. Denn du hast Wunder getan.            Jes 25,1

Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Jes 40,31

Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin für dich Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.         Jes 41,10

Gott spricht: Ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! Jes 41,13

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!  Jes 43,1b

Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer. Jes 54,10

Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.         Jes 55,8-9

Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.  Jer 17,14

Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Jer 29,11

Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dir helfe.   Jer 30,11

Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.   Jer 29, 13f.

Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.      Jos 1,9

Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.  Joh 8,12

Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben!            Joh 11,25

Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.         Joh 14,6a

Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben. Joh 16,23

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.                 Joh 16,33

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe.        Joh 13,34

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!           1 Joh 3,1

Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.       1 Joh 4,16b

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. 1. Joh. 5,4

Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.     Klgl 3,26

Von Gottes Güte kommt es, dass wir noch leben. Seine Liebe ist jeden Morgen neu.   Klgl 3,22

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.      Kol 2,3

Euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf die Kraft Gottes. 1 Kor 2,5

Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.    1 Kor 15,10a

Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.            1. Kor 3,11

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.        2 Kor 3,17

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur.     2 Kor 5,17

Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.            Lk 18,16

Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.     Lk 6,27f.

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.  Mi 6,8a

Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.    Mk 9,23

Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.            Mt 5,7

Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.        Mt 5,9

Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.  Mt 28,20b

Jesus Christus spricht: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen.               Mt 6,33

Jesus Christus spricht: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan.        Mt 7,7

Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt – das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.        Mt 7,12

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.     Mt 11,28

Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.  4. Mose 6,24-26

Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen.       5. Mose 4,31

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.  5. Mose 6,5

Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen.    1. Mose 26,24b

Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.    1. Mose 12,2

Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.     1 Petr 4,10

Alle eure Sorgen werft auf Gott; denn Gott sorgt für euch.

1. Petr 5,7

Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.      Ps 4,9

Ich aber traue darauf, dass du so gnädig bist; / mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst. Ps 13,6

Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.          Ps 16,11

Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel.            Ps 17,8

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.    Ps 23,1

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar. Ps 23,6

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?         Ps 27,1

Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!     Ps 27,14

Du stellst meine Füße auf weiten Raum.          Ps 31,9b

Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen.   Ps 31,15f.

Wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen. Ps 32,10b

Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.   Ps 33,4

HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.            Ps 36,6

Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen.     Ps 37,5

Siehe, Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben.              Ps 54,6

Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?       Ps 56,12

Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.  Ps 63,9

Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.            Ps 86,11

Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dir helfe.   Ps 103,8

Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?              Ps 118,6

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.                Ps 119,105

Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.       Ps 121,2

Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.      Ps 121,7

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.          Ps 139,5

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.            Ps 139,14

HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit!           Ps 31,2

Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.     Ps 50,15

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?         Ps 27,1

Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.           Ps 91,11f.

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.   Röm 8,14

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.   Röm 8,28a

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Röm 12,12

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.      Röm 12,21

Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein. Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten.     Spr 2,10f.

Wer sich  auf den HERRN verlässt, wird beschützt.   Spr 29,25b

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an. 1. Sam 16,7

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.         2. Tim 1,7

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