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Du musst kein großes Licht sein!

Es ist schon faszinierend:

Da zündest Du in einem stockdunklen Zimmer eine Kerze an – nur ein ganz kleines Licht -, und bereits wenige Augenblicke später erleuchtet seine kleine Flamme das ganze Zimmer.

Dunkel kann es schnell werden bei uns, von jetzt auf nachher. Oft kündigt sie sich nicht einmal an, die Dunkelheit, und wirkt dadurch noch bedrohlicher, wenn sie uns plötzlich dann umschließt wie eine zweite Haut, scheinbar undurchlässig, weder nach außen noch nach innen.

Und doch, oft bedarf es nur eines kleinen, unscheinbaren Lichtes, um uns der Macht unserer Dunkelheit zu entreißen, ja nur des Schimmers einer Hoffnung, um uns zu beleben.

Es sind die Engel Gottes, die unendlich vielen Wirkweisen Gottes, durch die er uns sein seine bergende Nähe, „sein Licht“ erfahren lässt, gerade in den Dunkelheiten unseres Lebens: Erfahrungen, Gefühle, Empfindungen; ein gutes Wort, eine wohltuende Umarmung oder der verstehende Blick eines Mitmenschen; Sinneswahrnehmungen der Augen, der Ohren, der Nase, des Mundes und des Herzens; gefüllte Stille und Besinnung; die Erfahrung, verstanden und ernst genommen zu werden; wohltuender Schlaf und die Kraft, die geschlossenen Augenlider zu öffnen.

„Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel.“

Gott macht sich aus allem und allen „Engel“, so wie er es gerade will und braucht, um menschliches Dunkel zu erleuchten und um uns seine grenzenlose Liebe kund zu tun. Und wo er sich dabei unser, deiner und meiner, bedient, da macht er uns zu seinen Engeln, egal, ob wir uns dessen nun so bewusst ist oder nicht. Traut er uns zu, dass wir fähig dazu sind, Licht in das Leben anderer Menschen zu bringen.

Um Dunkelheit zu durchbrechen, musst Du kein großes Licht sein. Denke nur an die kleine Kerze anfangs, die ausgereicht hat, um die Finsternis zu besiegen!

Um Dunkelheit zu durchbrechen, bedarf es der Bereitschaft, sie wahr zu nehmen und ernst zu nehmen bei denen, die sie gefangen hält.

Und oft reicht es dann, sich einfach nur daran zu erinnern, was wir selbst gebraucht haben, um aus unseren Dunkelheiten heraus zu finden, um zu wissen, worauf andere bei uns warten.

Wir geben ja nur weiter, was wir selbst empfangen haben durch den, den Gott uns zum Heil, als Heiland, hat Mensch werden lassen in Jesus, dem Christus, von dem Paul Gerhardt in seinem wohl schönsten Weihnachtslied bekannt hat:

Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,

die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.

O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht‘,

wie schön sind deine Strahlen!

EG 37,3

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