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Karfreitagsliturgie

Präludium

Lesung aus Jesaja 50, 4-7    

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden.

Lied EG 85, 1-3

Votum – Gruß

Psalm 22, 1-20 (im Wechsel)

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ich schreie, aber ich spüre keine Hilfe.

Ich rufe bei Tag, und du antwortest nicht,

und bei Nacht, und finde keine Ruhe.

Auf dich vertrauten unsere Väter und Mütter,

auf dich vertrauten sie und wurden gerettet.

Zu dir schrien sie im Gebet und wurden errettet,

auf dich verließen sie sich und wurden nicht zuschanden.

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott,

von der Menge verachtet. Alle, die mich sehen,

verspotten mich, zerreißen sich den Mund über mich

und schütteln spöttisch den Kopf:

     Klage es doch deinem Herrn! Der soll dir heraushelfen

     und dich retten, wenn ihm an dir etwas liegt!“

Du hast mich herausgezogen aus dem Leib meiner Mutter

und hast mir Geborgenheit geschenkt an ihrer Brust.

     Von Mutterleibe an bin ich auf dich angewiesen.

     Seit ich im Schoß meiner Mutter heranwuchs,

     bist du mein Gott.

Sei mir nun nicht ferne, denn meine Angst ist groß

und niemand sonst ist da, der mit helfen könnte!

     Wie die wilden Stiere bedrohen sie mich.

     Sie haben mich umringt wie eine Herde gewaltiger Büffel.

Wie Löwen reißen sie ihre Mäuler auf gegen mich,

reißend und brüllend.

     Ich bin hingegossen wie Wasser.

     Meine Knochen haben sich voneinander gelöst.

     Mein Herz fühlt sich an wie zerschmolzenes Wachs.

Meine Kehle ist trocken wie eine Tonscherbe,

meine Zunge klebt mir am Gaumen.

Im Staub des Todes lässt du mich liegen.

     Wie räudige Hunde stehen sie um mich herum.

     Sie haben mir die Hände und Füße durchbohrt.

Ich fühle mich,

als ob ich meine Knochen einzeln zählen könnte.

Aber sie gaffen mich nur an und machen sich lustig über mich.

     Sie verteilen meine Kleider unter sich;

     mein Obergewand haben sie unter sich verlost.

Gott, lass mich jetzt nicht alleine!

Du bist alles, was mir noch geblieben ist.

Komm und hilf mir!

     Rette mein Leben und lasse nicht zu,

     dass sie es schaffen,

     mir auch noch meine Seele zu rauben!

Reiß mich aus dem Rachen des Löwen;

errette mich vor den Hörnern des Büffels!

(Bearbeitung Georg Metzger)

Lesung: aus Matthäus 27  

Mt 27, 33-50

Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt: Schädelstätte, gaben sie ihm Wein zu trinken mit  Galle vermischt; und als er’s schmeckte, wollte er nicht trinken. Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider und warfen das Los darum. Und sie saßen da und bewachten ihn. Und oben über sein Haupt setzten sie eine Aufschrift mit der Ursache seines Todes: Dies ist Jesus, der Juden König. Und da wurden zwei  Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen:  Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz! Desgleichen spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz herab. Dann wollen wir an ihn glauben. Er hat  Gott vertraut; der erlöse ihn nun, wenn er Gefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Desgleichen schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren.

Und von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? das heißt:  Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige aber, die da standen, als sie das hörten, sprachen sie: Der ruft nach Elia. Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit  Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. Die andern aber sprachen: Halt, lass sehen, ob Elia komme und ihm helfe!

Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.

Lied EG 81, 6+7

Bußgebet

Ach Gott! Manchmal kommt es uns rätselhaft vor,

dass wir oft so unversöhnt leben

– und zahlreiche Menschen auch unversöhnt sterben-

Selbst unter denen, die bekennen,

sie seien durch Christus versöhnt,

selbst unter ihnen gibt es

Unversöhntes und Misstrauen, Kälte und Schweigen.

Gott, wir bitten dich heute neu um dein Kreuz-Wort.

Rühre an unsere Ohren, und rühre an unser Herz,

damit wir Christi Worte und Zeichen verstehen,

seinen Weg und sein Ziel,

das Licht um ihn her und sein Zagen,

sein Kreuz und sein Beten, seinen Schrei, sein Vertrauen.

Ob auf dich Verlass sei, das fragen wir oft.

Dass auf dich Verlass sei, das wagte er zu leben

und zu sterben. Und das leere Grab an Ostern zeigt:

Auf dich ist Verlass, Gott. Dir wollen wir vertrauen.

Hilf uns dabei und erbarme dich unser!

Kyrie

Gnadenspruch: So sehr hat Gott die Welt geliebt, …. Joh 3,16

Lied EG 85, 5+6

Predigt

Glaubensbekenntnis

Lied EG 85, 8

ABENDMAHLSLITURGIE

Psalm 22,21-32 (im Wechsel)

Du hast mich erhört, Gott.

Nun will ich deinen Namen bekannt machen

unter den Völkern,

will ich dir lobsingen inmitten der Gemeinde.

     Alle, die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn!

     Gebt ihm die Ehre, ihr, die ihr zu seinem Volk gehört!

Denn er hat den Elenden nicht verachtet;

seinen Schrei hat er erhört und ihm neue Würde gegeben.

     Dich will ich preisen, wann immer ich kann,

     und weitergeben, was du mir Gutes getan hast.

Die Armen werden zu essen bekommen und satt werden.

Die Gott suchen, werden ihn finden und sich freuen.

     Alle Völker dieser Welt werden ihn ehren;

     denn er hat alle Macht – im Himmel und auf Erden,

     er wird sich erweisen

     als der Herr über seine ganze Schöpfung.

Ihn allein werden anbeten,

die gestorben uns ins Leben vorausgegangen sind.

     Und die nach uns kommen, werden ihm dienen

     und ihren Kindern von ihm erzählen.

So wird von Generation zu Generation weitergegeben

die Botschaft von seiner Barmherzigkeit:

Das alles hat er getan! Er, unser Gott!

(Bearbeitung Georg Metzger)

Lied EG 85, 9+10

Segen

Postludium

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